Nachdem der Anfang dieser Woche nicht ganz so berauschend war, auf Grund des letzten gecancelten Solofluges, startete diese Woche eine der wichtigsten Teile der Flugausbildung. Eben jener, der uns für den Rest unseres Berufslebens begleiten wird.
Konkret spreche ich hier vom IFR-Flug. Wem dieses jetzt nichts sagt, es bedeutet, dass wir nicht weiter nach Sicht navigieren sondern nur noch und ausschließlich nach den uns zur Verfügung stehenden Instrumenten. Das wohl wichtigste Instrument hierbei ist wohl der künstliche Horizont. Dieser gibt nämlich Auskunft über gleich mehrere Zustände. Um es einfach zu halten kann man sehen ob das Flugzeug in Begriff ist zu Steigen oder Sinken oder ob es sich zu einer Seite neigt und damit eine Kurve fliegt.
Wie man sich wahrscheinlich denken kann, ist das Überwachen der ganzen Instumente, hier ein Bild entnommen von airliners.net (copyright Doug Lannom) nicht einfach und auf Dauer recht anstrengend für die Augen und den Kopf.

Aber auch dies ist eine reine Gewöhnungssache.
Die ersten Flüge fanden nun aber nicht in einem realen Flugzeug sondern in einem Simulator, dem sogenannten Frasca statt. Dort wird eine Piper 44 Seminole simuliert. Diese ist auch auf dem Bild zu sehen. Die Seminole hat 2 Triebwerke a 180 PS. Also doch schon ein kleiner Unterschied zu einem Motor mit 160 PS wie bei der Piper 28 Cadet. Allerdings ist die Seminole nicht das Flugzeug, welches wir nach Ende des Simulators fliegen, sondern eine Piper 28 Arrow. Die hat zwar nur einen Motor, der hat aber 200 PS und ein Einziehfahrwerk besitzt die Arrow auch schon. Also werden wir uns ab nächstem Donnerstag schon ein bisschen mehr wie richtige Piloten fühlen.
Der ein oder andere mag jetzt fragen, was denn nun das schwierige ist am Instrumentenflug. Diese Frage ist schnell beantwortet. Da man nur noch nach Instrumenten fliegt, kann draußen auch schlechtes Wetter sein. Konkret, es wird auch in den Wolken geflogen. Und dort hat man keine Sicht auf den Horizont. Das heißt man kann sich nicht mehr im Raum orientieren. Wenn man sich dann auf das Schwerkraftgefühl seines Körpers verlässt, stürzt man früher oder später zwangsläufig ab. Also heißt es stur auf die Instrumente schauen und auf sie vertrauen, denn sonst ist man verloren.
Die ersten zwei Simulatorsessions haben wir uns erstmal mit den Controls des Simulators angefreundet und heute ging es dazu Radials zu intercepten. Man entschuldige an dieser Stelle bitte all die Anglizismen aber es ist sehr schwer sich in der Fachsprache Deutsch auszudrücken, da wir die meisten Fachausdrücke nicht auf Deutsch kennen.
Was sind Radials? Eine Bodenstation sendet Strahlen aus. 360 an der Zahl. Diese Strahlen können im Cockpit zur Anzeige gebracht werden und geben einem eine Position in Bezug auf die Station, von der die Strahlen ausgehen. Klingt erstmal nicht so kompliziert, ist es aber im Endeffekt. Und um auf ein bestimmtes Radial zu kommen muss man eine Prozedur durchführen um es zu erreichen. Diese wurde heute 2 Stunden lang trainiert.
So das war es erstmal von mir. Nächsten Montag kommt wahrscheinlich spätestens der nächste Eintrag. Dann gibt es ein Foto vom Frasca und weitere Erklärungen zum IFR-Flug.
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