Archiv für den Monat April 2015

… Für meine berufliche Zukunft

Ich habe mir zusammen mit einem Arbeitskollegen (er wird bei Swiss Global als Pilot anfangen) ein Mal die Frage gestellt: Was nehme ich mit nach einem Jahr als Ramp Agent.

Ich habe ein viel besseres Verständnis dafür, wie eine Abfertigung abläuft. (Für mich im besonderen wichtig, da ich Ryanair selbst häufig abfertigen darf. Das mag im ersten Moment irrelevant klingen. Aber ich erlebe es quasi jeden Tag dass Piloten keine Ahnung davon haben wie es funktioniert. Letzen Sommer wurde ich von dem Kapitän einer griechischen Airline „angefahren“ warum der Check-In, auch nachdem er eigentlich schon geschlossen sein sollte, noch geöffnet wäre. Wenn er besser informiert gewesen wäre, hätte er gewusst, dass der Ramp Agent mit dem Check-In nichts zu tun hat und auch keinen Einfluss ausüben kann. Freundlich wie ich bin habe ich Ihm dies auch zu verstehen gegeben und wurde darauf hingewiesen, dass ich das sehr wohl zu überwachen hätte. Darauf hin habe ich mich dann der weiteren Unterhaltung entzogen. Es gibt unzählige weitere, ähnliche Erinnerungen an solche Situationen. Allein schon aus diesem Grund habe ich einen ungeheuren Mehrwert für meine berufliche Zukunft durch dieses Jahr.

Getaggt mit , , , , , , , , , , , , , ,

Die letzten Wochen

Sie sind angebrochen. Es sind zwar noch einige aber ich kann schon anfangen zu zählen. Das macht mich froh. Jeden Tag kann ich auch zu ungeheuer frühen Stunden aufstehen und es macht mir nichts aus. Meine beruflichen Zukunftsängste sind erst ein Mal, im wahrsten Sinne des Wortes, verflogen. Ich weiß zwar nicht wo meine Base sein wird und mir ist durchaus bewusst, dass es weit von meiner Heimat entfernt sein kann, aber es überwiegt die Freude auf das was kommen wird. Der August ist objektiv nicht mehr weit entfernt. Aber subjektiv sind es noch Jahre.

(K)eine Sonderbehandlung

Heute nur eine kurze Anekdote aus dem Alltag, die mir aber doch besonders positiv aufgefallen ist.

Durch meine Besuche am Gate während der Turnarounds ist es mir doch aufgefallen, welches Verhalten einige Damen und Herren der gehobenen Buchungsklassen an den Tag legen. Ihnen wird, was durch den höheren Ticketpreis durchaus gerechtfertigt ist, eine Sonderbehandelung zu Teil. Was viele Menschen aber missverstehen ist, dass dies nicht beinhaltet, das Personal von oben herab zu behandeln.

So kam es vor, dass Gäste viel zu spät am Gate erschienen und verlangten noch einsteigen zu dürfen, mit der Begründung, man habe für diesen Service gezahlt. Dies entspricht absolut nicht der Wahrheit aber diese Erfahrung machen meine Kollegen am Gate immer wieder.

Ich möchte betonen, dass ich davon aussgehe, dass die meisten Gäste sehr umgänglich sind und sich freuen fliegen zu dürfen.

Bei einem Swiss International Flight am heutigen Tage, war 15 Minuten vor Schedule ein Gast der gehobenen Buchungsklasse viel zu spät am Check-In erschienen. Die Gate Agenten wurden während des Boardings darüber informiert. Bis der Gast am Flieger wäre, würden mindestens 25 Minuten vergehen.

So würde es eine Verspätung geben. Ich besprach mich kurz mit dem Kapitän und legte Ihm die Situation da. Zusammen entschieden wir dann, den Gast auszuladen und ohne Ihn zu fliegen. Denn wer nicht rechtzeitig am Gate erscheint, hat das Recht den Flug antreten zu dürfen verspielt.

Ich begrüße die Haltung des Kapitäns sehr und möchte dies hervorheben.

Aprilwetter

Anders, als der Titel vielleicht vermuten lässt, wird dieser Post keine Beschwerde über das aktuelle Wetter. Nein viel mehr wird es eine Lobhymne. Ich bin etliche Tage nicht mehr wirklich nass geworden. Dies war in den vergangenen Monaten eigentlich an der Tagesordnung. Nun scheint seit einer Woche fast ausschließlich die Sonne. Das spiegelt sich direkt in der Arbeitsmoral am Airport wieder. Die Lader laden lieber. Die Ramp-Agenten sind hoch motiviert und fertigen auch Ihre „Unmuts-Flieger“ besser und schneller ab. In der freien Zeit zwischen zwei Fliegern sehe ich die Anderen gerne auf leeren Trollys in der Sonne liegen und den Airport um sich herum für ein paar Minuten ausblenden. Ich habe erst überlegt, ob ich es vermissen werde draußen zu arbeiten. Ich habe beschlossen dass die Antwort „Nein“ lautet. Wenn ich im Cockpit bin, werde ich jeden Tag die Sonne sehen. Wie cool ist dass denn?

Der Ausstausch mit Crews von verschiedenen Airlines wird mir fehlen. Dachte ich zumindest. Erstens trifft man an den Airports dieser Welt immer auf Crews anderer Airlines und zweitens habe ich die Möglichkeit ganz viele Menschen aus ganz Europa bei Ryanair kennen zu lernen. Das wird grandios. Das weiß ich.

Frühlingserwachen

So langsam aber sicher macht es morgens wieder Spaß zur Arbeit zu gehen. Damit spiele ich nicht auf die Arbeit an für sich an, sondern auf das Wetter, welches man als Ramp Agent immer mitbekommt. Nachdem der Sturm Niklas das Land wieder verlassen hat, freue ich mich über Sonnenschein bei recht kühlen Temperaturen, welche jedoch für das Arbeiten ideal sind.

So vergingen meine 6 Stunden Arbeitszeit heute wie im Flug, was aber auch daran lag, dass mir die Airlines, welche es abzufertigen galt, gelegen kamen. Darunter: Ryanair, Swiss und Iran Air (immer wieder ein lustiger Turnaround, allein wegen des Flugzeugs A310).

Es bleibt nur zu hoffen, dass sich das Wetter haelt.

Vorbereitung

Seit ich meine Zusage habe, versuche ich mich schon auf das anstehende Type Rating vorzubereiten. Dazu habe ich mir einiges an Lektüre zur 737-800 zugelegt. Unter anderem habe ich mir auch ein Buch von einem freundlichen Kapitän am Flughafen ausgeliehen. Dort sind alle Systeme kurz und knapp beschrieben, sowie die Zusammenhänge zwischen Ihnen. Eine Seite die auch wirklich hilft ist smartcockpit.com. Dort kann jeder vorbeischauen, der mehr über einen bestimmten Flugzeugtyp erfahren will. Auch abseits davon ist das Internet zum Glück voll mit Material über dieses wunderbare Flugzeug. Ich freue mich auf die Vorbereitung.