Frühlingserwachen

So langsam aber sicher macht es morgens wieder Spaß zur Arbeit zu gehen. Damit spiele ich nicht auf die Arbeit an für sich an, sondern auf das Wetter, welches man als Ramp Agent immer mitbekommt. Nachdem der Sturm Niklas das Land wieder verlassen hat, freue ich mich über Sonnenschein bei recht kühlen Temperaturen, welche jedoch für das Arbeiten ideal sind.

So vergingen meine 6 Stunden Arbeitszeit heute wie im Flug, was aber auch daran lag, dass mir die Airlines, welche es abzufertigen galt, gelegen kamen. Darunter: Ryanair, Swiss und Iran Air (immer wieder ein lustiger Turnaround, allein wegen des Flugzeugs A310).

Es bleibt nur zu hoffen, dass sich das Wetter haelt.

Vorbereitung

Seit ich meine Zusage habe, versuche ich mich schon auf das anstehende Type Rating vorzubereiten. Dazu habe ich mir einiges an Lektüre zur 737-800 zugelegt. Unter anderem habe ich mir auch ein Buch von einem freundlichen Kapitän am Flughafen ausgeliehen. Dort sind alle Systeme kurz und knapp beschrieben, sowie die Zusammenhänge zwischen Ihnen. Eine Seite die auch wirklich hilft ist smartcockpit.com. Dort kann jeder vorbeischauen, der mehr über einen bestimmten Flugzeugtyp erfahren will. Auch abseits davon ist das Internet zum Glück voll mit Material über dieses wunderbare Flugzeug. Ich freue mich auf die Vorbereitung.

Endlich!

Der Titel sagt bereits alles aus. Die lange Suche hat endlich ein Ende. 1,5 Jahre nach Ende der Ausbildung habe ich nun meinen ersten „Flyingjob“ gefunden. Meine neue Firma wird Ryanair sein. Ich hätte es nicht besser treffen können. Der Einstieg in eine der größten Airlines weltweit auf einem Flugzeugmuster, welches ebenfalls weltweit großes Ansehen geniesst (737-800). Ich könnte den ganzen Tag Luftsprünge machen. Die Zusage für das Type Rating kam am 16.3.2015. Einen Tag vor dem St. Patricks Day. Welch ein Zeichen.

Auf ein Mal ging alles ganz schnell. Die Intitalbewerbung habe ich Ende 2014 getätigt, im Januar die ersten Unterlagen eingereicht und Mitte März hatte ich dann meine Einladung zum Assessment in Dublin. Das habe ich noch bei keiner anderen Airline erlebt. Diese Stringenz. Jetzt kann ich mich auf den Beginn des TR im August freuen, welches entweder in EMA oder AMS stattfinden wird.

Jetzt werde ich bestimmt auch wieder regelmäßiger schreiben. Zumindest habe ich mir das vorgenommen.

Frositge Zeiten

Solche Zeiten erwarte ich eigentlich um diese Jahreszeit. Aber weit gefehlt. Zur Zeit muss ich mich mit andauernden Regen herumschlagen. Ich habe mir sagen lassen, dass Regen in dieser Menge ungewöhnlich ist.

Auf der Habenseite steht, dass ich zwei Weiterbildungen genießen durfte. Zum einen das Ryanair- Loadsheet-Training. Wofür das nötig ist? Ryanair fliegt seit Kurzem zwei Destinationen von Hamburg aus an. Lissabon und Porto. Im Vergleich zu EasyJet, erstellen die Piloten bei Ryanair Ihr Loadsheet nicht über Computer im Cockpit, sondern dieser Job wird vom Bodenpersonal übernommen.

Mir persönlich macht diese Arbeit Spaß, da es eine gewaltige Abweichung zu Turnarounds anderer Airlines darstellt. Eine Ramp Agent Kollegen kommen damit weniger gut klar.

Zum Anderen, darf ich nun einen unserer Premiumkunden abfertigen. Emirates. Es gibt zwei Flüge am Tag von Hamburg direkt nach Dubai (DXB). Das Aufgabenfeld beschränkt sich im weitesten Sinne auf die Bereitstellung flugtechnisch relevanter Unterlagen, Ansprechpartner für Catering und Cleaning und Beladungsüberwachung. Der Turnaround dauert Nachmittags etwas mehr als drei Stunden. Das spannendste ist wohl das Flugzeug, eine Boeing 777. Das größte Flugzeug, welches regelmäßig am Hamburger Flughafen abgefertigt wird.

Im Allgemeinen sind die Schichten im Winter recht kurz, was auf eine geringe Anzahl von An- und Abflüge zurückzuführen ist.

Highlights

Die Arbeit am Flughafen ist so abwechslungsreich, dass es des Öfteren Highlights unterschiedlichster Art gibt.

Heute war es allerdings außergewöhnlich.

Ich fertigte um 0530 lcl eine Germania nach Palma de Mallorca (PMI) ab. Da sich noch keine Crew an Board befand hatte ich ausreichend Zeit mich mit dem Tanker über die aktuelle Dichte des Kraftstoffes zu unterhalten und den Airbus A319 in Augenschein zu nehmen.

Für all diejenigen, die kein plastisches Bild von EDDH haben, versuche ich das Folgende einmal zu beschreiben.

Die Germania befand sich auf Position 40, welches die letzte Fingerposition am Hamburger Flughafen darstellt. Von dort aus ist der Rest des Apron (Vorfeld) nicht wirklich einsehbar. Ganz automatisch schenkt deshalb der Blick von dieser Postion in Richtung von Apron 2, welches im Westen des Geländes liegt. Dort stehen in der Regel Executive Flieger (Nicht Airline Verkehr) und Maschinen die im Night Stop waren. Allerdings befindet sich auf der Seite des Flughafens auch die Lufthansa Technik. Von Zeit zu Zeit stellt LHT dort Maschinen ab, die keinen Platz im Hangar finden.

 

Nun zurück zur Germania. Ich drehe meine Runde um den Flieger und bin noch recht verschlafen. Mein Blick wandert in Richtung Apron 2 und dort fällt mir ein Flugzeug der Lufthansa auf. Auf den zweiten Blick fallen mir die Größe des Flugzeuges sowie seine 4 Triebwerke auf. Ein Airbus 380-800 stand dort.

Das lässt mein Pilotenherz natürlich sofort höher schlagen. Nach dem Turnaround der Germania begab ich mich zu dem A380 und konnte mich mit den Technikern 20 Minuten über das Flugzeug unterhalten und einige Fotos machen, welche ich die Tage posten werde.

Erlebnisse wie diese machen einen Arbeitstag ganz besonders.

Ramp Agenten und Ihre Freizeit

Das Thema Freizeit ist für den ein oder anderen Ramp Agenten ein heikles Thema. Auf Grund der Schichttätigkeit muss sich das Umfeld doch ein wenig auf die Arbeitszeiten anpassen. Bei der Frühschicht geht es noch. An diesen Tagen treffe ich mich gerne mit Freunden. Allerdings auch nicht allzu lang. Die meisten Treffen oder Unternehmungen enden um 1800 oder 1900, denn spät schlafen ist alles andere als förderlich. Wenn ich mir die allgemeinen Ratschläge anschaue, soll ich jede Nacht acht Stunden schlafen um optimal Leistungsfähig zu sein. Für die Frühschicht um 0500 muss ich um 0400 aufstehen. Acht Stunden Schlaf würden bedeuten, dass ich um 2000 ins Bett gehen muss. Ich muss zugeben, das habe ich noch nicht ein einziges Mal geschafft.

Wie sieht es mit dem sozialen Leben bei der Spätschicht aus? Dort gibt es zwei Möglichkeiten. Die eine wäre es, dass ich mich morgens mit Freunden treffe. Da aber alle meine Freunde und Bekannte erwerbstätig sind oder studieren ist dies kaum Möglich. Morgens erledige ich meistens die Dinge wie Besorgungen etc.

Die Dinge des sozialen Lebens finden meistens nach Dienstschluss, also nach 2300 statt. Zum Glück sind die meisten jungen Leute Nachtschwärmer.

Meine persönliche Meinung zum Schichtdienst ist folgende:

Ich finde den Schichtdienst interessant und abwechslungsreich. Da ich mich auf „außergewöhnliche Arbeitszeiten“, auf Grund meines Wunsches Berufspilot zu werden, eingestellt habe, fiel es mir relativ leicht mich daran zu gewöhnen. Allerdings ist definitiv ist nicht jeder Mensch dafür uneingeschränkt geeignet.

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Über gute und schlechte Turnarounds

Manchmal ist es erstaunlich wie nah Freud und Leid beieinander liegen können.

Im einen Moment komme ich vor Stress nicht mehr mit der Arbeit hinterher und dann fällt des Telefonsystem aller Ramp Agenten aus und die Kommunikation, welche das Essentielle bei der Abfertigung eines Flugzeugs ist, kommt zum Erliegen. Eine halbe Stunde später stehe ich mit dem Kapitän der Privilege Style vor seiner Boeing 757 und plaudere über Dynamic Stability.

Nach jedem Arbeitstag nehme ich mir, wenn ich nach Hause komme, 5 Minuten Zeit und lasse das was passiert ist auf mich wirken. So kann ich feststellen was gut gelaufen ist und an welchen Stellen es noch Handlungsbedarf gibt. So kann ich mich weiter verbessern.

Der steinige Weg von der Ausbildung zum ersten „Flying Job“

Es ist lange her, dass ich etwas geschrieben habe. Beim letzten Mal war ich noch mitten in meiner Ausbildung und habe mir keine wirklichen Gedanken gemacht was danach kommt.

Jetzt bin ich ein ganzes Stück weiter. Ausbildung mit guten Ergebnissen abgeschlossen und einem Alter von erst 21 Jahren. Das war der Oktober 2013

Mittlerweile ist es August 2014. Ich bin mittlerweile 22 und bin von Mönchengladbach mit Zwischenstopp in meiner Heimatstadt nach Hamburg gezogen. Hier wohne ich jetzt seit 2,5 Monaten. Den ersehnten Flying Job habe ich bis jetzt noch nicht. Ich bin guter Dinge.
Allerdings arbeite ich am Flughafen in Hamburg als Ramp Agent. Für alle diejenigen die mit dem Begriff nichts anfangen können erkläre ich diesen Berufsstand kurz:

Als Ramp Agent ist man bei der Abfertigung eines Flugzeugs das Bindeglied zwischen der Besatzung und allen Dienstleistern, welche an der Abfertigung beteiligt sind. Man koordiniert unter Anderem: Lader, Cleaner, Tanker, Caterer und viele mehr. Als RA ist man der Hauptverantwortliche der ganzen Abfertigung.

Soviel für heute. Ich plane wieder mehr zu schreiben, möchte an dieser Stelle aber lieber nichts versprechen. Bis bald.

Flugausbildung in Florida Piper 28 Arrow Part 2

Ich komme nun endlich zum zweiten Teil, damit ich auch noch mit der Arrowphase abschließen kann, bevor es wieder zu der letzten und wichtigsten Phase in der Seminole geht.

Wir haben unser Training auf der Arrow mittlerweile beendet. Und letzten Endes muss ich sagen, das IFR Fliegen liegt mir sehr. Ich genieße diese Professionalität. Das ständige Checken aller Instrumente, das Arbeiten als Crew, das Fliegen in den Wolken.
Dieser Teil der Ausbildung, beinhaltete genau die Dinge, für die ich mit der Ausbildung angefangen habe.

Zumindest ich habe mir das ganze Fliegen immer so vorgestellt.

So vergingen die 30 Stunden in der Piper Arrow auch wie im Flug (Kein Wortspiel!). Wir sind noch zu einingen Locations geflogen, allerdings war da nichts dabei, was wir nicht schon gesehen hätten auf den Flügen bis dato. Unter anderem haben wir unheimlich viele Approches gemacht, um uns an alle verschiedenen Sorten zu gewöhnen.

Und letzte Woche kam dann der D-445 Progresscheck. Den wohl mit wichtigsten Check in der ganzen Ausbildung, so wurde es uns gesagt. Diesen haben mein Crewpartner und ich mit einem „Gut“ bestanden.

Momentan sind wir jetzt wieder im Simulator. Allerdings nur noch für 3 Tage und dann geht es endlich in die Piper 44 Seminole.

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Flugausbildung in Florida Piper 28 Arrow Part 1

Ich bitte vielmals um Entschuldigung, dass dieser Beitrag wieder so lange hat auf sich warten lasse, aber die Tage sind in der letzten Woche so unheimlich lang gewesen, dass ich einfach nicht dazu gekommen bin etwas zu schreiben.

Wir fliegen nun die Piper 28 Arrow. Endlich. Der Unterschied zwischen der Cadet und der Arrow ist zwar nicht allzu groß, allerdings ist es schon etwas anderes ein Einziehfahrwerk zu haben. Die größte Veränderung ist allerdings das Fliegen mit IFR. Die Planung machen wir zwar immer noch selber, allerdings sagen uns die Controller was wir machen dürfen. Wir müssen uns an alles halten, was sie sagen. Sei es nun ein Kurs oder eine Höhe.

Das IFR-Fliegen ist auch viel präziser. Die Anflüge, wie schon in den Beiträgen zum Simulator beschrieben, sind nicht leicht zu fliegen und die Workload ist deutlich höher. Jetzt kommt auch die Arbeit als Crew viel besser zur Geltung.

Gestern hatten wir unseren bislang weitesten Flug. Nach Savannah. Ein Internationaler-Flughafen in Georgia. Dort ist das größte „Flight-Safety-Center“ im Osten der USA. Dort findet Gulfstream-Training statt. Es war eine sehr aufregende Führung durch die Anlage, welche noch größer war, als ich sie mir vorgestellt habe. Wir hatten sogar die Möglichkeit einen Simulator einer G450/550 zu besichtigen und uns von einem Instructor das Cockpit erklären zu lassen.

In den nächsten Tagen schreibe ich wieder mehr. Nun noch ein paar Fotos. Bis zum nächsten Artikel.

Im Simulator

Im Simulator

Für Seenotrettungsübungen

Für Seenotrettungsübungen

Vor einer Citation

Vor einer Citation

Für das Training der Flugbegleiter

Für das Training der Flugbegleiter